Fahrten nach Kreisau

EIN EUROPÄISCHES PROJEKT AM COPP

Die deutsch-polnische Begegnung in Kreisau/Krzyzowa

ist ein jährlich stattfindendes Projekt, in dem Schülerinnen und Schüler

  • in kleinen Seminaren an gemeinsamen Themen arbeiten

  • miteinander Sport treiben und die nähere Umgebung erkunden

  • und  zusammen Fahrten in Polen unternehmen.

Die in diesem Projekt erfahrbare Begegnung zwischen jungen Polen und Deutschen ist ein wichtiger Baustein für die Weiterentwicklung der gutnachbarschaftlichen Beziehungen unserer beiden Länder durch den Abbau von Vorurteilen zwischen den Jugendlichen, wie auch für den europäischen Integrationsprozess. 

 

 

Jugendbegegnung Kreisau 2017

Während unserer Jugendbegegnung in Kreisau haben wir Einiges über den Ort und dessen Bedeutung in der Vergangenheit sowie auch in der Gegenwart erfahren. Kreisau wurde ursprünglich als Gutshof von Helmuth Karl Bernhard Graf von Moltke erworben. Dieses Gut wurde später umfunktioniert, unter anderem zu dem geheimen Treffpunkt des Kreisauer Kreises: Männer die zusammen gegen Hitler gedacht haben und über eine mögliche Nachkriegsordnung ohne Hitler diskutierten. Einer dieser Männer war Helmuth James von Moltke, Urgroßneffe vom Generalfeldmarschall Helmut Karl Bernhard Graf von Moltke. Zwar wurde Helmuth James überführt und dafür von den Nationalsozialisten getötet, aber allein die Tatsache, dass diese Männer zusammen gedacht haben, ließ sie eben diese Personen in Erinnerung bleiben.

Heutzutage kann man das Haus des Kreisauer Kreises besichtigen. Unter anderem hatten wir dort eine Brieflesung von dem Briefwechsel zwischen Helmuth James von Moltke und Freya von Moltke, dessen Frau. Des Weiteren dient der ehemalige Hof von Kreisau inzwischen als Jugendbegegnungsstätte zwischen polnischen und deutschen Jugendlichen.

Wir haben während unserer Zeit in Kreisau Einiges über die Vergangenheit von Kreisau und dessen Bedeutung für die Gegenwart und Zukunft gelernt. Dies geschah meist in organisierten Workshops. Dennoch haben wir auch die Denkmäler des Generalfeldmarschalls, Freya von Moltkes sowie Helmuth James von Moltkes besichtigt. Auch habe ich vom Kulturgeschichtlichen abgesehen meine eigenen Erfahrungen während der Reise gemacht. Ich habe viele neue Leute kennengelernt, mit denen ich Freundschaft schließen konnte. Allerdings habe ich auch bekannte Gesichter wiedergesehen und hatte einfach eine sehr tolle Zeit in Kreisau.

Vor allem war es sehr interessant, sich mit Freunden auf einer anderen Sprache zu unterhalten, da Deutsch oder Polnisch nicht immer im Bereich des Möglichen lag. Insgesamt kann man meiner Meinung nach sagen, dass Kreisau, auch aufgrund seiner Vergangenheit, ein guter Ort ist, um internationale Freundschaften einzugehen und das Vergangene evtl. ein wenig hinter sich zu lassen. Daher passt der Name „Jugendbegegnung Kreisau“ sehr gut und sagt sehr viel aus.

 

Die nächste Fahrt nach Kreisau findet vom 17.-23.05.2018 statt!

 

[Bericht: Luis; Bilder: Lehmann]

 

 

Jugendbegegnung in Kreisau 2015

Sonnenschein. Blühende Rapsfelder. Gute Laune. Wie in den Jahren zuvor so empfing Kreisau auch in diesem Jahr seine Gäste wieder mit offenen Armen. Da fiel es auch nicht schwer, bereits kurz nach der Ankunft mit den ersten Aktivitäten zum gegenseitigen Kennenlernen zu beginnen. Schließlich sollten 35 sich fremde deutsche und polnische Schüler die kommenden sechs Tage miteinander verbringen. Zahlreiche Workshops und Aktivitäten standen dabei auf dem Programm.

Blick auf das Gelände der Begegnungsstätte in Kreisau
Erste Aktivitäten zum gegenseitigen Kennenlernen
Gemeinsame Workshops

Neben ausgelassenen Sprachübungen in deutscher und polnischer Sprache, Workshop zum Thema „Was wissen wir voneinander?“ und einer gemeinsamen Wanderung auf den Zobten blieb natürlich auch Zeit für Freizeitaktivitäten. Ob Fußball, Volleyball oder gemeinschaftliches Festsitzen im Fahrstuhl des Hotels - jeder fand seinen Ausgleich. Heiß begehrt war natürlich auch der Ganztagesausflug nach Breslau, wo neben dem Besuch der Jahrhunderthalle ebenfalls eine Stadtrally und die Analyse der lokalen Einkaufsmöglichkeiten auf dem Programm stand. 

Volleyball in der Sporthalle
Ausstellung zur Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen
Ausstellung zur Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen
Szenisches Spiel deutsch-polnischer Gruppen
Eine letzte Übung kurz vor dem Abschied

Und so vergingen sechs Tage wie im Flug. Kreisau als Ort der Verbindung von Geschichte und Gegenwart, von West- und Osteuropa hinterließ auch bei dieser deutsch-polnischen Gruppe seine Spuren.

 

Norderstedt trifft auf Berliner Mauer
Abschließendes Gruppenbild der Schüler aus Tczew und Norderstedt

Doch das soll es noch nicht gewesen sein … Denn auch in diesem Schuljahr wird es eine Jugendbegegnung geben. Vom 15. bis zum 20. Mai treffen sich Schüler aus Norderstedt und Tczew auf dem Gelände der Begegnungsstätte und Kreisau / Polen. Alle interessierten Schüler ab der 9. Klasse sind daher herzlich eingeladen, sich für die kommende Fahrt anzumelden.

 

C. Lehmann 

Das Gute war, dass die Zimmer der polnischen Schüler direkt neben unseren waren, sodass wir besser den Kontakt aufnehmen konnten. Nach einer kurzen Pause gab es dann schon Mittagessen, welches wie sich im Laufe der Woche feststellen lassen sollte, stets abwechslungsreich und echt in Ordnung war! Auch die Vegetarier in der Gruppe kamen auf ihre Kosten. Nach dem Essen ging es dann schon direkt los mit dem ersten Kennenlernen, welches in einem großen Gruppenraum stattfand. Unsere Leiter, welche beide polnisch und deutsch sprechen konnten, stellten sich und das kommende Programm vor, und dann ging es auch schon mit den ersten Kennlernspielen los. Außerdem lernten wir ein paar erste Begriffe der anderen Sprache kennen. Danach wurden wir in zwei Hauptgruppen aufgeteilt, in denen wir den Rest der Woche arbeiten würden.

 

In den kommenden Tagen verbrachten wir die meiste Zeit auf dem Gelände. Wir machten verschiedene Workshops, wie zum Beispiel den Medienworkshop, in dem wir ein eigenes Medium herstellen sollten, welches unsere gemeinsame Zeit in Kreisau präsentiert. Dabei wurden unserer Kreativität keine Grenzen gesetzt, viele erarbeiteten eine Slideshow oder ein „normales“ Video, aber eine Gruppe schrieb z.B. sogar ein eigenes Lied auf Deutsch und Polnisch! Außerdem behandelten wir noch verschiedene Themen, wie zum Beispiel Toleranz gegenüber anderen Kulturen, Umgehen mit der Vergangenheit oder wir machten lustige Gemeinschaftsspiele. Für ein abwechslungsreiches Abendprogramm war auch immer gesorgt, mal wurde uns die Turnhalle aufgeschlossen und wir konnten gemeinsam Sport machen oder es wurde ein Film auf großer Leinwand gezeigt.

 

Zwei Tage verbrachten wir jedoch außerhalb des Geländes, denn schließlich wollten wir ja auch unsere Umgebung kennenlernen. Den ersten Tag verbrachten wir in der schönen Stadt Breslau. Vormittags hatten wir viel Freizeit in Gruppen, um die Stadt auf eigener Faust zu erkunden. Am Nachmittag besuchten wir einen vielfältigen botanischen Garten und machten anschließend eine entspannende Bootsfahrt auf der Oder. Dieser Tag hatte uns wieder ein Stück zusammengebracht.

 

An einen anderen Tag besuchten wir das Konzentrationslager „Gross Rosen“, was für mich eines der Highlights unserer Fahrt war. Erst schauten wir uns einen Film über dieses KZ an und hatten dann eine Führung über das Gelände, über welchem eine seltsame Stille lag. Die Führerin zeigte uns die alten Waschräume, den Steinbruch, an dem die Gefangenen hart arbeiten mussten, und sogar eine alte Eiche, an welcher noch Schusslöcher zu erkennen waren. Das waren viele, grausame Eindrücke auf einen Schlag für uns alle. Danach ging es weiter zum alten „Schloss Fürstenstein“, das viele wunderschöne Räume im barocken Stil und viele interessante Dinge zu verbergen hatte. Zur kurzen Rast hielten wir auf dem Heimweg in einem anderen botanischen Garten und fuhren dann auf das Gelände zurück.

 

Und so ging die Woche auch recht schnell vorbei und zu Hause hatten wir alle viel zu erzählen. Auch wenn das Programm bei der nächsten Fahrt anders sein mag, so wird es sicherlich nicht weniger interessant. Bei dieser Reise gibt es nichts zu verlieren -  nutzt somit das Angebot!!! :-)

Text: Antonia und Leon, Bilder: C. Lehmann

Am nun folgenden Tag standen dagegen kleinere Exkursionen auf dem Programm. So ging es auf einen Tagesausflug in das nahe gelegene Riesengebirge (Karkonosze). Kühle Temperaturen und eine tief hängende Wolkendecke erschwerten jedoch den Aufstieg. Dennoch gelang es einer kleinen Gruppe hart gesottener den Gipfel zu erklimmen. Ein grandioser Ausblick war Lohn für all die Mühen. Nach dem Abstieg und einer entspannten Talfahrt mit dem Sessellift besichtigte die Gruppe die Stabkirche von Wang, eine mittelalterliche norwegische Stabholzkirche die heute Teil der polnischen Stadt Karpacz ist.

Ausblick vom Riesengebirge auf das Hirschberger Tal
Besteigung der Schneekoppe (Sniezka)
Stabkirche von Wang in Karpacz
Zeit zur Entspannung

Im weiteren Verlauf der Jugendbegegnung wurde sich wieder dem interkulturellen Lernen gewidmet. Die Workshops konzentrierten sich dabei auf verschiedene Teilthemen: Erstens auf die Entstehung von Stereotypen, zweitens auf die bestehenden Vorurteile zwischen Deutschen und Polen sowie drittens auf den Umgang mit interkulturellen Unterschieden. Darüber hinaus konnten sich die Schülerinnen und Schüler in einem kleinen Kreativ-Workshop auch künstlerisch betätigen. Den Abschluss des Tages bildete ein beeindruckender Abend im so genannten Berghaus, wo sich die Mitglieder des Kreisauer Kreises trafen, um über Deutschlands Zukunft nach Hitler zu beraten. Die Schüler erhielten so einen persönlichen Eindruck über die geschichtlichen Hintergründe dieses historisch bedeutsamen Ortes.

 

Der letzte Tag wurde noch einmal der touristischen Entdeckung Polens gewidmet. Ein Tagesausflug nach Wroclaw stand an. In Form einer Stadtrally erhielten die Schülerinnen und Schüler zunächst die Möglichkeit selbstständig die Altstadt von Wroclaw zu erkunden, um anschließend auch für kurze Zeit dem Shopping nachgehen zu können. Abschließend gab es einen kleinen Exkurs in Sachen polnischer Geschichte – der Besuch des Panorama Raclawicka. Das dort befindliche Panoramabild zeigt den Sieg der polnischen Armee über die russische Armee im Jahre 1794 in der Schlacht bei Raclawice unter Führung des polnischen Generals Tadeusz Kosciuszko. Etwas ermattet und auch müde vom Ausflug wurde der letzte Abend noch einmal gemeinsam verbracht. Das gegenseitige Näherbringen des deutschen und polnischen Liedgutes war eine sehr lustige und für uns Deutsche auch lehrreiche Erfahrung: Im Singen und Musizieren müssen wir uns für das nächste Jahr besser rüsten.

"Blindes Vertrauen" zwischen deutschen und polnischen Schülern
Zur Auflockerung der Workshops: kleine Spiele zum Teambuilding
Kreativ-Workshop
Tagesausflug nach Wroclaw
Bildausschnitt aus dem Panorama Raclawicka

Insgesamt hat diese Kreisaufahrt viele neue Horizonte für die Schülerinnen und Schüler geschaffen und damit auch zukünftigen Projekten den Weg geebnet. Die Mischung aus Bildungsinhalten, spielerischen Elementen und dem interkulturellen Kennenlernen hinterließ einen bleibenden Eindruck und hat dahingehend hoffentlich dazu beigetragen, das gegenseitige Verständnis von Deutschen und Polen weiter zu verbessern.

Abschließendes Gruppenbild der Schülerinnen und Schüler aus Norderstedt und Tczew

Doch das soll es nicht gewesen sein...

Auch in diesem Schuljahr wird es wieder eine Fahrt nach Kreisau geben.

 

Da diese Fahrt jedoch stark von seinen Teilnehmerinnen und Teilnehmern lebt, ist es wichtig, interessierte Schülerinnen und Schüler zu finden. In diesem Schuljahr richtet sich die Fahrt primäre an die 9. Klassen sowie an die Einführungsphase. Unter der Betreuung von Herrn Lehmann und Frau Schwannecke liegt dieses Schuljahr der Fokus auf dem Zweiten Weltkrieg sowie auf der unterschiedlichen Wahrnehmung von Seiten der Deutschen und Polen. Geplant sind dahingehend verschiedene Workshops sowie die Besichtigung einzelner unterirdischer Höhlenkomplexe aus jener Zeit.

 

Im Zeitraum nach den Herbstferien wird daher ein wenig Werbung für die Kreisaufahrt gemacht und das Projekt in einzelnen Klassen vorgestellt. Haltet daher Augen und Ohren offen!!!

 

 

- C. Lehmann