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So 10.11.2013

Romanveröffentlichung von ehemaligen Copp-Schülern

"Xorafedi" ist im Oktober 2013 erschienen.

Zwei ehemalige Schüler des Copp haben einen gelungenen Fantasyroman geschrieben und veröffentlicht:

XORAFEDI

Vor über fünf Jahren waren Markus Günther und Mathias Richter noch Schüler des Coppernicus-Gymnasiums, zu einer Zeit, da noch nicht die Profiloberstufe im Klassenverband eingeführt war. Als Lehrer durfte ich die beiden in meinen Schulfächern Deutsch und/oder Philosophie bis zum Abitur begleiten. Fast ein Jahr später trafen wir uns vor der Schule wieder, sie erzählten mir von einem Roman, dessen erste Ideen noch während der Schulzeit entstanden waren und welchen sie inzwischen abgeschlossen hätten und fragten mich, ob ich als einer der Ersten das Manuskript lesen und Rückmeldungen zu ihrer Geschichte geben könnte.

So las ich denn in den Sommerferien recht begeistert ihren Fantasyroman XORAFEDI – in der jetzt gedruckten Fassung: ca. 380 Seiten – ,redigierte im bescheidenen Ausmaß und formulierte einzelne Fragen und Anmerkungen zum Entwurf. Von da an blieben wir von Zeit zu Zeit in Kontakt, ich wusste, bis zur Veröffentlichung des Werkes durch einen Verlag könnte es ein beschwerlicher Weg werden, der den jungen Autoren viel Geduld und Verhandlungsgeschick abverlangen könnte. Einige Jahre später, im Oktober 2013, ist der Roman XORAFEDI endlich im AP Verlag Hamburg erschienen.

„Am Anfang hatte ich einige Puzzlestücke im Kopf, z.B. zu Charakteren und Setting. Davon erzählte ich Mathias, einem guten Freund, der spontan ein paar gute Ideen hatte. Wir spannen eine Weile herum und beschlossen schließlich, diese Geschichte gemeinsam zu erzählen. Praktisch sah das so aus, dass wir sie zusammen entwickelten, ich schrieb, und Mathias las gegen und zeichnete Illustrationen (darunter das Cover). Irgendwann war das Ganze fertig und wir hielten plötzlich einen Roman in den Händen. Nach einigen Aufs und Abs während der Verlagssuche sind wir nun beim AP-Verlag Hamburg gelandet, was uns sehr freut. […]

Wir haben eine Facebook-Seite eingerichtet, auf der sich Mathias‘ Illustrationen begutachten lassen und die Entwicklung des Buchs nachvollzogen werden kann. Schauen Sie doch mal vorbei: facebook.com/xorafedi“

Mit diesen Worten hat Markus Günter Schreibprozess und Verlagssuche zusammengefasst. Freundlicherweise haben der Autor und die Verlegerin noch vor der Buchveröffentlichung entschieden, den Schülerinnen und Schüler der Klasse 9b des Coppernicus-Gymnasiums 31 Exemplare für den Deutschunterricht zu spendieren. Derzeit lesen und besprechen wir XORAFEDI, da sich der Roman (auch) gut als Jugendbuch für den Unterricht eignet. Noch können die Erfahrungen nicht abschließend beurteilt werden, dem selbstständigen Urteil und den Rezensionen, welche die Schülerinnen und Schüler noch verfassen werden, möchte ich auf keinen Fall vorgreifen. Wir werden uns zudem um eine Autorenlesung im Coppernicus-Gymnasium bemühen, bei dieser Gelegenheit werden die beiden vom Schreibprozess und der geduldigen Suche nach einem Verlag berichten.

Im Fantasyroman können sich zwei Freunde, aufgewachsen im Findelhaus, nach vielen Mühen und mit einigem Geschick aus beengenden Lebens- und Arbeitsverhältnissen befreien und haben einige Abenteuer in einer teils vertrauten, aus heutiger Sicht vergangenen Zeit und Welt zu bestehen. Schließlich begegnen sie den menschenähnlichen XORAFEDI. Freundschaft und Liebe zwischen ursprünglich eher „Fremden“, Bewährung und Vertrauen in einem schließlich von einem rassenfanatisch denkenden Herrscher provozierten kriegerischen Konflikt führen zu einem charakterlichen Reifeprozess der Protagonisten. Treffend hat ein Rezensent die Vorzüge dieses Buches gewürdigt: Ohne dass der erhobene Zeigefinger geschwenkt wird, greift der Roman Themen wie Vernachlässigung, Unterdrückung oder gar Drogenmissbrauch auf und geht nachdenklich und sensibel damit um – stets durch den Zerrspiegel der Fantasywelt betrachtet. Gerade dieser Aspekt macht XORAFEDI in meinem Augen zu einem großartigen Buch für Jugendliche.“

In der Tat: eine (sehr) empfehlenswerte Lektüre!

Wolfgang Blankschein (Bs)

 

 

 

Amazon-Rezension: http://www.amazon.de/Xorafedi-Markus-G%C3%BCnther/dp/3981552245/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1383994012&sr=8-1&keywords=xorafedi

Im Wortlaut:

Als der kleine Träumer in einem Waisenhaus abgegeben wird, ahnt niemand, wohin ihn sein Lebensweg noch führen wird. Er findet in dem gleichaltrigen Barracuda einen guten Freund, doch werden die beiden bald auseinandergerissen: Träumer muss als Knecht auf einem Bauernhof arbeiten, wird dort misshandelt und ausgebeutet. Irgendwann gelingt ihm die Flucht, und er hat das Glück, dabei zufällig Barracuda über den Weg zu laufen, der inzwischen eine Anstellung in einem Wirtshaus gefunden hat. Gemeinsam beschließen die Jungs, loszuziehen und Abenteuer zu erleben.
Mitten im Wald entdecken sie ein Haus, in dem die junge Xorafedi Mira und ihr Vater Nilan leben. Träumer, Barracuda und Mira schließen schnell Freundschaft und setzen die Reise gemeinsam fort. Währenddessen wird Nilan jedoch klar, was es mit Träumer wirklich auf sich hat …
Gleichzeitig bahnt sich in der Stadt der Xorafedi Übles an: Xavus, der König, hat offenbar den Verstand verloren und schmiedet Pläne, um seine Überlegenheit gegenüber den Menschen zu demonstrieren. Ehe die Freunde sich versehen, stecken sie auch schon mittendrin in der Geschichte und erleben mehr Abenteuer, als ihnen lieb ist …

Wer diese kurze Inhaltsangabe liest, wird schnell erkennen, dass „Xorafedi“ im Grunde nach bekannten Strickmustern abläuft: Ein bemitleidenswerter Junge entdeckt im Lauf des Buchs seine wahre Stärke und wird schließlich zur Schlüsselfigur, wenn es darum geht, die Welt zu retten. Was „Xorafedi" aber von zahlreichen anderen Vertretern des Genres abhebt, sind für mich vor allem zwei Dinge:
Erstens die zahlreichen unverbrauchten Ideen: Die Autoren haben hier tatsächlich eine eigene kleine Welt erschaffen. Orks und Trolle sucht man vergebens; stattdessen gibt es hier pfeifende Früchte namens Ügis, Schockfische und das rätselhafte Volk der Xorafedi (die so ganz anders sind als alles bisher dagewesene und auch über Kräfte verfügen, die mir in dieser Form noch nicht untergekommen sind). Einst lebten sie an der Erdoberfläche, aber seitdem ihr Gott die Welt umkrempelte (kein Witz!) bauen sie Städte im Erdinneren. Überall sprudelt einem die Fantasie der Autoren entgegen, und das ist super.
Der zweite Punkt, in dem „Xorafedi“ besticht, ist der Umgang mit moralischen Themen. Ohne dass der erhobene Zeigefinger geschwenkt wird, greift der Roman Themen wie Vernachlässigung, Unterdrückung oder gar Drogenmissbrauch auf und geht nachdenklich und sensibel damit um – stets durch den Zerrspiegel der Fantasywelt betrachtet. Gerade dieser Aspekt macht „Xorafedi“ in meinem Augen zu einem großartigen Buch für Jugendliche.
Aber auch abgesehen davon hat mir der Roman viel Spaß gemacht. Es gibt lustige Stellen, die Spannung steigt kontinuierlich und auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Wie bereits in der Überschrift erwähnt: Gelungene Fantasy für Jung & Alt eben. Ich gebe dafür gerne eine Leseempfehlung!