Erinnerung und Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am 27.01.
Erinnerung und Gedenken – zwei Wörter, die im Sprachgebrauch vieler Menschen heutzutage, laut Duden, mittelmäßig bis häufig genutzt werden. Doch was bedeuten die Wörter Erinnerung und Gedenken überhaupt? Der Duden definiert die Begriffe folgendermaßen:
1. Erinnerung = Eindruck, an den jemand sich erinnert; wieder lebendig
werdendes Erlebnis.
2. Gedenken = an jemanden, etwas ehrend, anerkennend zurückdenken,
erinnern und dies äußern.
Ein wieder lebendig werdendes Erlebnis, an etwas zurückdenken, erinnern und dies äußern. Handlungen und Taten, die heutzutage auf der gesamten Welt von großer Bedeutung sindbzw. sein müssten. Gerade in Deutschland werden viele Kalendertage im Jahr genutzt, um an gewisse Menschen, historische Ereignisse oder Taten zu erinnern, wie zum Beispiel:
▪ der 27. Januar = Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus
▪ der 11. März = nationaler Gedenktag für die Opfer terroristischer Gewalt
▪ der 8. Mai = Gedenktag für das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa und die Befreiung vom Nationalsozialismus
▪ der 17. Juni = Gedenktag an den Volksaufstand in der DDR 1953
▪ der 3. Oktober = Tag der Deutschen Einheit
Nun jährt sich der 27. Januar, der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, zum 81. Mal. Doch warum ist es wichtig, an diesen Tag zu erinnern?
Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten das Konzentrations- und Vernichtungslager Ausschwitz-Birkenau. Dieser Ort symbolisiert in der Geschichte die Untaten und Verbrechen, die Deutschland unter nationalsozialistischer Führung ausübte.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden u.a. politische Gegner, Minderheiten, Menschen mit körperlichen Behinderungen und psychischen Erkrankungen, religiöse Gegner, Homosexuelle und Jüdinnen und Juden gezielt auf Grundlage der „Reichstagsbrandverordnung“ gejagt und ab März 1933 in Arbeits- und Vernichtungslager gebracht. Die meisten Inhaftierten starben durch Hunger, Folter oder Krankheiten.
Das Arbeitslager Auschwitz wurde 1940 in Polen errichtet und 1941 zum VernichtungslagerAuschwitz-Birkenau ausgebaut. Zeitgleich begann die massenhafte Deportation von Jüdinnen und Juden in ganz Europa, die in verschiedene Arbeits-, Konzentrations- und Vernichtungslager verschleppt wurden.
Auf der „Wannsee-Konferenz“, die am 20. Januar 1942 stattfand, koordinierten Vertreter des NS-Regimes zudem die effiziente Verfolgung und Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden. In Auschwitz-Birkenau wurden die Jüdinnen und Juden direkt mit Giftgas getötet; ab 1943 betrieb Auschwitz-Birkenau vier Gaskammern. Insgesamt wurden 1,1 Millionen Menschen in Auschwitz-Birkenau getötet, davon ca. 1. Million Jüdinnen und Juden, 70-75.000 Polinnen und Polen, ca. 21.000 Sinti und Roma, 14.000 sowjetische Kriegsgefangene sowie 10.-15.000 weitere Menschen, die aus ideologischen Motiven ermordet wurden. Insgesamt geht man von etwa 17 bis 20 Millionen ermordeten Menschen während des NS-Regimes aus.
In Deutschland ist der 27. Januar seit 1996 ein offizieller, bundesweiter Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. In Israel gibt es bereits seit 1959 den Yom Hashoah, der an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert.
Auch wir, das Coppernicus-Gymnasium in Norderstedt, gedenken der Opfer des Nationalsozialismus, indem wir die Verarbeitung und das Erinnern an die Zeit des Nationalsozialismus fächerübergreifend durch historische Quellen, Literatur und Medien, Exkursionen u.a. zu der KZ-Gedenkstätte Neuengamme oder aber Projekttage fördern, ins Gedächtnis rufen und begleiten.
Denn heute, wie auch damals, ist es für eine Gesellschaft und das historische Gedächtnis essenziell an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern; (mindestens) am 27. Januar jeden Jahres:
17-20 Millionen Menschen, die niemals vergessen werden dürfen –
ein Verbrechen, das niemals wieder geschehen darf! –
„Seid nicht gleichgültig“ (Marian Turski) –
„Die Erinnerung darf nicht enden, sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen“ (Roman Herzog)
Svetislav Jovanović im Namen der Fachschaft Geschichte und der gesamten Schulgemeinschaft
